Nasenkorrektur

Das Ziel dieses Eingriffs ist es, ästhetische Merkmale oder Deformierungen der Nase zu korrigieren sowie funktionale Defekte, die die Nasenatmung behindern, zu beheben. Eine Rhinoplastik wird durchgeführt zur Korrektur einer Hökernase, Spannungsnase oder Sattelnase, bei Deformitäten der Nasenspitze, unpassender Gesamtlänge oder Länge der Nasenbasis, gekrümmtem Verlauf oder höckerförmiger Deformation des Nasenrückens, Größe der Nasenlöcher, unästhetischem Nasolabialwinkel, zur Korrektur des Niveaus der Nasenwurzel, bei behinderter Atmung durch Veränderungen der Nasenscheidewand (Septumdeviation) oder unfall- bzw. krankheitsbedingter Formveränderung der Nase sowie zur Korrektur angeborener Deformierungen oder ethnisch bedingter Nasenformen.

Ziel des Chirurgen ist es, unvorteilhafte Proportionen der Nase auszugleichen und hierbei die Anatomie und den Gesamteindruck des Gesichts zu berücksichtigen anstatt die Nase rein nach aktuellen Schönheitsidealen oder vorgegebenen Normen zu formen. Zudem sollte bei einer Nasenkorrektur immer in der Profilansicht beachtet werden, dass das Verhältnis von Nase und Kinn ausgewogen und harmonisch wirkt. Ein fliehendes Kinn lässt die Nase deutlich länger und größer erscheinen.

Da die Nase nicht nur ästhetisches Merkmal ist, sondern auch die Atmungsfunktion hat und der Sinneswahrnehmung dient sowie den Stimmklang beeinflusst, müssen diese Faktoren bei einer Nasenkorrektur ebenfalls berücksichtigt werden. Meist sollte eine ästhetische mit einer funktionellen Nasenkorrektur verbunden werden, da beispielsweise in mehr als dreiviertel aller Fälle eine zusätzliche Korrektur der Nasenscheidewand notwendig ist. Auch die Korrektur sonstiger Nasendeformitäten, die die Nasenatmung beeinträchtigen, sollten in den Eingriff mit einbezogen werden. Häufig besteht das Problem der Nasenkorrektur darin, dass das gewünschte ästhetische Resultat die Atemfunktion negativ beeinflussen könnte. Hier besteht die Herausforderung eine Rhinoplastik darin, den bestmöglichen Kompromiss zwischen Ästhetik und Funktionalität zu finden.

Die wichtigsten Informationen

​Eine operative Nasenkorrektur ist ein sehr anspruchsvoller Eingriff, da hierbei vier verschiedene Gewebearten mit unterschiedlichen Heilungs- und Vernarbungseigenschaften beachtet werden müssen: Haut, Schleimhaut, Knorpel und Knochen.

Dem Chirurgen stehen drei Operationsmethoden zur Verfügung, die sich in der Art ihrer operativen Zugänge und somit im Ausmaß ihrer Invasivität unterscheiden. Die geschlossene Technik erfolgt ausschließlich im Inneren der Nase über einen Schleimhautschnitt im in beiden Nasenlöchern. Diese Technik findet bei einfachen Korrekturen der Nase ohne größere Veränderungen der Nasenspitze Anwendung, da hierbei zwar Teile des Flügelknorpels entfernt werden können aber keine formenden Nähte möglich sind.

Im Zuge der halboffenen Technik werden zwei Schleimhautschnitte pro Nasenloch anstelle eines einzelnen bei der geschlossenen Technik angewendet. Dies ermöglicht das Herauslösen und Umformen oder Replatzieren beider Flügelknorpel sowie das Setzen verschmälernder und formender Nähte für Nasenspitzenkorrekturen. Die offene Technik ist die invasivste der drei Methoden. Hierbei wird nicht nur ein Schleimhautschnitt pro Nasenloch gesetzt, sondern auch die Haut des Nasenstegs durchtrennt und durch das Anheben des Naseninteguments das gesamte Nasenskelett freigelegt. Diese Technik findet bei komplexeren Korrekturen Anwendung, die eine Bearbeitung des Nasenskeletts, den Einsatz von Knorpeltransplantaten oder die Setzung verschiedener Nahttechniken erfordern.

Da es für die Korrektur der verschiedenen anatomischen Gegebenheiten der Nase wie deren Länge, Breite, Form der Spitzte, Nasenhöcker etc. jeweils viele unterschiedliche Möglichkeiten und Techniken gibt, besteht die Schwierigkeit einer Nasenkorrektur darin, das jeweils bestmögliche Verfahren oder die Kombination aus verschiedenen Eingriffstechniken für das gewünschte ästhetische Resultat auszuwählen. Je nach anatomischer Ausgangslage und Ziel des Eingriffs, müssen die Nasenknorpel oder der knöcherne Teil der Nase oder beides korrigiert werden. Speziell das Brechen und Begradigen der Nasenwände ist ein sehr anspruchsvoller Eingriff.

Vor der Operation wird im Zuge der Operationsvorbereitung mit Hilfe eines Morphing-Programms das postoperative Ergebnis simuliert und auf Basis dessen die Operation, sowie die angewandten Schritte beziehungsweise die Technik geplant. Häufig wird außerdem ein koronares Nasen-CT durchgeführt um vor der Operation die innere Anatomie der Nase und korrekturbedürftige Veränderungen der Nasenmuscheln oder Nasenscheidewand besser beurteilen zu können.

Der Eingriff wird meist unter Vollnarkose durchgeführt, speziell wenn die Nasenwand oder das Nasenbein gebrochen werden muss. Handelt es sich jedoch nur um Korrekturen an den Weichteilen beziehungsweise Knorpeln, kann der Eingriff auch unter Lokalanästhesie durchgeführt werden.

Mögliche Nebenwirkungen, Risiken oder Komplikationen:

Kurzzeitkomplikationen:

  • das übliche Narkose- sowie Infektionsrisiko im Zuge eines chirurgischen Eingriffs

  • Äußere und innere Schwellungen. Diese fallen je nach angewandter Operationstechnik unterschiedlich stark aus. Die Schwellung durch die, mit der Operation verbundene Störung des Lymphflusses kann bis zu einem Jahr andauern

  • Nachblutungen und Hämatome

  • Kopfschmerzen oder Erhöhung der Körpertemperatur

  • Verletzung des Tränenkanals (sehr seltene Komplikation, die jedoch korrigiert werden muss)

  • Gefühllosigkeit der Nasenwand und der Oberlippe durch Verletzung der Nerven. Normalerweise erholen sich die Nerven nach einer solchen Verletzung wieder. In Ausnahmefällen kann die Taubheit allerdings auch dauerhaft bestehen.

  • Vorübergehende Verschlechterung des Geruchssinns. Speziell bei sehr komplizierten Korrekturen der Nasenscheidewand kann es auch zu bleibenden Störungen des Geruchssinns kommen

  • Vorübergehende Verschlechterung der Atmung durch die innere Schwellung der Schleimhaut, der Nasenwände, der Nasenscheidewand und der Nasenmuscheln

  • Hautnekrosen (Absterben der Haut durch gravierende Durchblutungsstörungen) können auftreten, wenn die Haut über ihre Elastizität hinaus gedehnt wird und aufgrund des Gewebedrucks die Blutzirkulation zum Erliegen kommt. Innere oder äußere Verbände, die einen zu starken Druck ausüben, können ebenfalls zu Durchblutungsstörungen und somit Hautnekrosen führen. Folge von Hautnekrosen ist die Narbenbildung beim Heilungsprozess, welche wiederum zu Verschiebungen und Verziehungen der Nase führen können, die nur sehr aufwändig zu korrigieren sind

Langzeitkomplikationen:

  • Dauerhafte Verschlechterung der Atmung durch Verkleinerung des Nasenvolumens oder des Naseneingangs.

  • Kallusbildung (Verdickung des Knochengewebes an der Stelle der Fraktur) die zu unästhetischen Höckern führen kann

  • Unebenheiten des Nasenrückens durch unkontrollierbare Narbenbildung, die zu einer Verziehung des Nasenrückens und Abweichung von der Geraden führen können

  • Absenkung der Nasenspitze durch ungenügende Abtragung des knorpeligen Nasenrückens und Stabilisierung der Nasenspitze

  • Sonstige Nasenspitzendeformierungen durch asymmetrische Korrekturen der Flügelknorpel und unpräzise gesetzte Nähte

  • Infektionen der Nasenscheidewand oder Nachblutungen nach einer Septumkorrektur, welche die Durchblutung des Septumknorpels derart beeinträchtigen, dass er abstirbt und sich auflöst, was wiederum den Einbruch des Nasenrückens und die Bildung einer Sattelnase zur Folge haben kann

  • Eine häufige Komplikation bei der Korrektur von gekrümmten Nasen ist die Wiederkehr der ursprünglichen Schiefstellung nach der OP (Rezidiv)

Zu beachten vor und nach der Behandlung:

Vor dem Eingriff:
 

  • 14 Tage vor der Operation dürfen keine blutverdünnenden Medikamente (Aspirin, Marcoumar, Vitamin E etc.)  eingenommen werden, sowie Schlafmittel und Alkohol vermieden werden um Blutungsstörungen vor zu beugen und das Risiko einer Nachblutung zu vermindern

  • Um Wundheilungsstörungen durch eine verminderte Durchblutung zu vermeiden, sollte vor als auch nach der Operation auf Zigarettenkonsum verzichtet werden

Nach dem Eingriff:

  • Die ersten 5 Tage nach der OP sollte mit hochgelagertem Kopf oder Oberkörper geschlafen werden, um erhöhten Blutdruck im Kopf- und somit operierten Nasenbereich zu vermeiden.

  • Bei Korrekturen des knöchernen Nasenanteils bzw. Brechen des Nasenbeins oder Korrekturen der Nasenscheidewand müssen die instabilen Teile durch einen äußeren Gips und innere Tamponaden stabilisiert werden.

  • Außerdem ist bei Brüchen der Nasenbeins und Nasenscheidewandkorrekturen eine Infektionsprophylaxe durch Antibiotika durch zu führen (10-14 Tage)

  • Um die Augen und im operierten Nasenbereich sind mit mittleren bis starke Schwellungen zu rechnen, speziell die Schwellungen an den Augen können durch Kühlen gelindert werden.

  • Mindestens 8 Tage nach der Operation sollte die Nase ruhig gehalten werden um einer Verschiebung der korrigierten Gewebeteile zu vermeiden

  • Intensive Wärme sowie starke Sonneneinstrahlung sollte für etwa 3 Monate vermieden werden

  • Auf Sport und körperlich anstrengende Tätigkeiten sollte mindestens 1 Monat verzichtet werden

  • Die Nase sollte nicht unter Druck gesetzt werden durch Niesen mit geschlossenem Mund oder Schnäuzen der Nase

  • Das Ergebnis kann frühestens nach etwa einem halben Jahr endgültig beurteilt werden, da die Schwellung im Nasenbereich nur sehr langsam abklingt, danach können sich noch kleinere Veränderungen einstellen.

  • Bei einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis sollte vor einem erneuten Eingriff mindestens ein Jahr gewartet werden.